Am 27. und 28. Mai findet zum achten mal in Saarbrücken das SaarCamp (https://www.saarcamp.de/) statt. Wer einmal ein solches Camp besucht hat, kann sich nur noch schwer vorstellen, wie man die Idee nicht super genial finden kann. Und natürlich noch viel weniger, wie man da nicht hin gehen kann.

Leider scheint es aber auch so zu sein, daß das Konzept des SaarCamps sehr schwer verständlich ist, so lange man noch nicht teilgenommen hat. Das ist blöd, weil sich dadurch zu viele Menschen dieses wunderbare Event entgehen lassen.

Aber vielleicht läßt sich das ja ändern!? Am besten, in dem ich erstmal erkläre, was dort eigentlich passiert.

Der Ablauf

Für Frühaufsteher gibt’s am Samstagmorgen vor dem eigentlichen Camp ein Frühstück an der HTW. Da ich kein Frühaufsteher bin, kann ich dazu wenig sagen.

Danach treffen sich alle Teilnehmer im großen Hörsaal der HTW. Nach der Begrüßung durch das Orgateam, gibt’s eine erste informelle Vorstellungsrunde: Ein Micro wird durch die Reihen gereicht und jeder sagt kurz seinen Namen und sein Interessen. Wer nicht mag, darf das Micro auch weiterreichen. Wir sind auf einem BarCamp. Alles kann, nichts muß. Die Vorstellungsrunde dient einfach nur dazu, einen groben Überblick zu bekommen, welche Themen und Interessen vertreten sind.

Bei der darauf folgenden Sessionplanung wird’s spannend: Jeder der eine Session anbieten will, geht nach vorne, sagt den Titel der Session und 1–2 Sätze zum Inhalt. Erfahrungsgemäß startet die Sessionplanung am ersten Tag langsam, weil die meisten die gleichen Hemmungen haben wie Du, da vorne hin zu gehen. Sobald das Eis gebrochen ist, wird die Schlange der Anbieter schnell zu lang und die letzten ärgern sich, daß sie bis zum nächsten Tag warten müssen.

Zu den jeweils vorgestellten Sessions wird mit Handzeichen signalisiert, ob Interesse besteht. Es gibt also keine Abstimmung sondern eine Session findet statt, sobald irgendjemand Interesse bekundet. Sessions mit einem Anbieter und einem “Zuhörer” sind vollkommen ok. Du merkst, BarCamps sind ziemlich entspannt und offen.

Sessions werden Zeitslots (in der Regel eine Stunde) in einem der vier Hörsääle zugeordnet. Sobald alle Slots voll sind (oder keine Sessions mehr angeboten werden, was ich aber noch nie erlebt habe) geht’s los: Jeder begibt sich in der Raum mit der Session, die er gerade am spannendsten findet und der Spaß kann beginnen!

Der genaue Ablauf einer Session ist sehr frei. Ganz “klassische” Vorträg sind also vollkommen ok, aber eher selten. In der Regel führt der Anbieter der Session 15–20 min mit einem kurzen Vortrag in ein Thema ein, aber dann geht das ganze sehr schnell in eine offene Diskussion und Austausch über. Darum geht’s nämlich eigentlich bei einem BarCamp: Sich mit Menschen austauschen, neugierig sind, gemeinsam “geilen Scheiß” machen, …

Hier mal eine kleine Auswahl an Themen und Sessions, die mir in Erinnerung beblieben sind:

  • Chinthus Session zum “Bedingungslosen Grundeinkommen” war sehr spannend und interaktiv. Dadurch wurden jede Menge Folgediskussionen und Events getriggert.
  • Ein Autist hat erklärt, wie er die Welt wahrnimmt und explizit dazu aufgefordert, ihn einfach offen alles zu fragen, was man schon immer zu dem Thema wissen wollte, sich aber nie zu fragen getraut hätte. Er mußte die Session am zweiten Tag nochmal halten, weil die Nachfrage zu groß war.
  • Mutter und Sohn reden gemeinsam über Minecraft. Darüber, welche Fähigkeiten er sich durch das Spiel erarbeitet hat und welche Vorurteile die Mutter mit der Zeit fallen lassen mußte.
  • Jede Menge Sessions zum Thema Bildung. Manche Leute behaupten, ich besuche nur BarCamps, um mich mit Lehrern zu streiten. Das stimmt nicht. Also nicht nur deshalb. ;-)
  • Security darf natürlich auch nicht fehlen. Michael hat fast jedes Jahr irgendwelche bösen Spielereien dabei. Z.B. einen USB Stick, der beim Einstecken den Rechner übernimmt.
  • Ein junger “Hacker” hatte mal live ein paar Webseiten live mit SQL-Injektion auseinander genommen. War für mich nichts Neues, aber die Session hat sicher vielen Leuten die Augen geöffnet.
  • Der Alltag eines Onlineredakteuers und die gar nicht so einfach Frage, welche Kommentare man denn löschen sollte und welche nicht.
  • Das Hobby, Militärflugzeuge zu fotographieren, die Erfahrung mit daraus resultierender Verhaftung und wie man sich als Anwalt da selbst wieder raus bringt.
  • Wie starte ich meinen Blog? Der Initiator hatte keine Ahnung vom Thema, wußte, daß viele Experten anwesend sind und hat sie aufgefordert zu kommen und gemeinsam eine Übersicht zu erarbeiten.
  • Meine eigene Session dazu, wie OpenSource funktioniert und warum das auch für Nicht-Progammierer spannend sein sollte, hat mir viele spannende Rückmeldungen eingebracht.
  • … viele viele andere Themen, dich ich nicht spannend fand, die dich aber dafür um so mehr interessiert hätten …

Warum?

Warum solltest also gerade du zum SaarCamp kommen? Wo du doch gar keine Ahnung hast, was für eine Session du anbieten könntest und obige Themen auch nicht so spannend findest!?

Natürlich ist das SaarCamp nicht für jeden etwas. Aber vielleicht magst du es ja generell, dich mit offenen, neugierigen Menschen auszutauschen? Du magst es, auch mal über den Tellerrand zu schauen und dich vom “geilen Scheiß” der anderen, überraschen zu lassen? Vielleicht würdest du diese Welt gerne zu einem besseren Ort machen und suchst Gleichgesinnte? Oder du trägst seit langem diese verrückte Idee mit dir herum und würdest sie gerne mit ähnlich “Bekloppten” diskutieren? Dann MUSST du zum SaarCamp kommen! Wir sehen uns dort!

Tickets

Das SaarCamp wird von einem ehrenamtlichen Team auf die Beine gestellt, die jedes Jahr eine großartige Arbeit leisten. Ich treffe meine Entscheidungen auch gerne auf den letzten Drücker, aber das macht die Organisation eines solchen Events unmöglich. Wenn du dem Orgateam das Leben und die Planung also etwas leichter machen willst, kaufst du dein Ticket möglichst jetzt unter https://www.saarcamp.de/tickets/

Weltverbesserer, naiver Idealist, Softwarearchitekt

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